2013: Die Gemeinde

Geschwister in Christus

Das Leben mit Geschwistern ist manchmal schwierig…und oft wunderbar – auch in der „Gottesfamilie“.

Geschwister kann man sich nicht aussuchen. Sie sind einfach da oder sie kommen später nach. Ob man will oder nicht, man ist ihnen lebenslang verbunden.

Diese wichtige Beziehung zwischen Bruder und Schwester bringt in vielen Fällen Freude und Glück mit sich, wird aber sehr oft auch als zerstört und belastet empfunden. Streit um eine Erbschaft kann Familien auseinander reißen oder ein falsches Wort unter Geschwistern sorgt für jahrelange „Funkstille“.

Geschwister in der Gemeinde

In der Kirchengemeinde begegnen uns auch „Brüder und Schwestern.“ Auch sie sind schon da oder kommen später nach. Das Leben mit ihnen ist, wie in der Familie, nicht immer einfach und doch sind wir als geistliche Brüder und Schwestern nicht nur lebenslang, sondern ewig miteinander verbunden. Wir haben nämlich mit dem Gottessohn Jesus Christus den gleichen Vater und das gleiches Ziel der himmlischen Heimat.

Geheimnis der Gemeinde

Die Verbundenheit der Gemeindeglieder untereinander beruht nicht auf ihrer Wohlanständigkeit oder Gläubigkeit. Der Zusammenhalt der Brüder und Schwestern wird hier nicht durch gleiche Ansichten und Ziele geschaffen, sondern ist Werk des Heiligen Geistes. Er ist es, der „uns und die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben.“ So haben wir es im Kleinen Katechismus gelernt und so erleben wir es in unserer Gemeinde: Wir sind eine Gemeinschaft von Menschen, die von Christus ergriffen und von ihm durch sein Wort und Sakrament zusammengehalten werden.

Christus und seine Kirche sind unzertrennlich und wir können ihn nicht haben ohne seine Gemeinde. Das Fundament der lebendigen Gemeinde ist im Matthäusevangelium beschrieben: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Matth.18,20)

Segen der Gemeinde

Für den mit sich selbst beschäftigten Menschen, der getrieben ist von seinen Sehnsüchten und Ängsten, gibt es einen Ort der Ruhe. Trotz Selbstmitleid, trotz Selbstbehauptung und Selbstrechtfertigung kann jeder Mensch sich einfügen lassen in die Gemeinschaft derer, die anderes und neues Leben suchen. Auch wenn die Gemeinde längst nicht nur ein Ort allergrößter Harmonie ist, so ist sie doch der Ort, an dem neuer Anfang immer wieder möglich wird. Gott hat dafür gesorgt, indem er in Jesus Christus Mensch geworden ist und „unser aller Sünde auf ihn warf“ (Jes.53,6). Der gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus bringt uns Vergebung, Leben und Seligkeit und geht voran, um uns ewiges Leben zu schenken. Nur in seiner Gemeinde finde ich diese Gaben.

Gott fordert nichts von uns, was er nicht zuvor geschenkt hat. In der Gemeinde, wo Brüder und Schwestern von der Liebe des Vaters leben, rüstet er uns aus, am Bau seines Reiches mitzuwirken.