17.04.2012

Was ist eigentlich…Eucharistie?

Das Glossar zum Abendmahl: Pfarrer Wolfgang Schillhahn erklärt wichtige Begriffe und fügt künftig immer wieder neue Texte an.

Eucharistie

Wir verwenden den Begriff „Eucharistie“ für das Sakrament des Altars eher selten, begegnen ihm aber im ökumenischen Gespräch.Eucharistie (griechisch: Danksagung, Dank sagen) ist ursprünglich  das Danksagungsgebet, dass in der Feier des Abendmahlsgottesdienstes vor der Segnung von Brot und Wein seinen Platz hatte. (Großes Dankgebet: „Lasset uns danksagen dem Herren unserm Gott“ vgl. auch die Einsetzungsworte: „nahm er das Brot, dankte…“) Aber auch der gesamte Gottesdienst wurde  seit frühester Zeit (2.Jhdt.) Eucharistie genannt.
Martin  Luther erklärt: „Ich halte, dass die Alten solch ein Amt haben Eucharistia …das ist Danksagung genannt, dass man nach dem Befehl Christi bei diesem Sakrament Gott danken und dasselbe mit Dank brauchen und empfangen soll.“ Ein wichtiger Aspekt, der durch die Bezeichnung „Eucharistie“ verdeutlicht wird.

Messe

Nicht nur der röm.-kath. Gottesdienst  wird Heilige Messe genannt. Auch lutherische Gemeinden  verwenden diesen  Begriff  aus guten Grund  in  Übereinstimmung  mit der Augsburgischen  Konfession  (Art.24), die feststellt,  dass die Messe nicht abgeschafft ist…sondern „mit größerer Andacht ….gehalten  wird als bei den Gegnern.“ Allerdings können die Bekenntnisschriften z.B. in den Schmalkaldischen  Artikeln  die Messe als „größte und schrecklichste Greuel im Papsttum“ bezeichnen. Das hängt mit den unbiblischen Seelen- und Privatmessen zusammen, die das gottesdienstliche Leben des Mittelalters prägten. Historisch unbelastet ist das Wort Messe (gemeint ist immer ein Gottesdienst mit  einem Wortteil und der Feier des Heiligen Abendmahls) gut zu begründen zu gebrauchen: Es  findet sich im Entlassungsgruß des Gottesdienstes: „Ite, missa est” (wörtlich: Geht, es ist Entlassung oder Aussendung) und betont  neben der Entlassung  die Sendung der Christen in den Alltag. (Der Gottesdienst geht vor der Kirchentür weiter!)

Velum

Im liturgischen Vollzug gibt es verschiedene Velen. (Velum: lat. Schleier). Das  Kelchvelum ist ein ca. 50 x 50 cm großes Tuch, das im lutherischen Abendmahlsgottesdienst  die Abendmahlsgeräte  (Kelch und Hostienteller) bis zum Beginn der Abendmahlsfeier bedeckt. Die Vorratsgefäße (= Kanne und Dose für die Hostien) bleiben unbedeckt. Das Velum  hat den Zweck, die hl. Geräte einerseits  hervorzuheben und andrerseits zu verhüllen,  d.h. dem direkten Blick zu entziehen. Das Kelchvelum kann in der liturgischen Tagesfarbe gearbeitet sein und  mit christlicher Symbolik geschmückt sein. Es kann aber auch ein schlichtes weißes Kelchvelum verwendet werden. Nach der Abendmahlsfeier wird das Velum wieder über die hl. Geräte gebreitet. Auch im profanen  Bereich hat das  Ver- und Enthüllen eine wichtige Funktion.

Korporale

Das Korporale (lat. Körper, Leib) ist ein quadratisches Leinentuch von etwa 50 cm Seitenlänge, auf dem der Kelch und die Patene (= Hostienteller) stehen. Es ist eigentliche ein Altartuch, das als Grabtuch Christi gedeutet wird. Das Korporale soll verhindern, dass bei der Brechung der Hostie Partikel des Leibes Christi verlorengehen.

Heilige Geräte

Kelch und Patene (= Hostienteller) sind die eigentlichen hl. Geräte. Sie bergen und tragen den Leib und das Blut  unseres Herrn Christus. Kelch und Patene sind  aus edlem Metall. Oft ist der Kelch innenseitig vergoldet. Auch wenn dafür hygienische Gründe angeführt werden können, so steht doch im Vordergrund die Verehrung des Altarsakraments.  Auch der Gedanke, dass für den Gottesdienst die wertvollsten Materialien gerade gut genug sind, hat hier seine Berechtigung.

Palla

Steht der Kelch ohne Velum auf dem Altar, wird er mit der Palla abgedeckt. Eine Palla ist ein doppeltes Stück Leinen, ungefähr 12 bis 18 cm im Quadrat, verstärkt durch ein eingenähtes Stück Pappe. Die auf dem Kelch  liegende Palla soll den Kelch und seinen Inhalt vor Verunreinigung schützen. Die Palla gehört zu den Paramenten.

Konsekration

Während der Abendmahlsliturgie  konsekriert der ordinierte Pfarrer Brot und Wein. (lat. consecrare: mit hineinnehmen in Gottes Geheimnis). Er spricht oder singt (an Christi statt) die Worte, mit denen  Jesus Christus das Heilige Abendmahl gestiftet hat. Die benötigte Menge von Brot und Wein wurden  ausgesondert (= für den besonderen sakramentalen Dienst bestimmt) und gesegnet, damit sie „durch Wort und Gebet geheiligt werden.“ (M.Luther)
„In und unter“ Brot und Wein wird der wahre Leib und Blut des Herrn ausgeteilt und empfangen. Die Elevation (= Emporheben von Hostie und Kelch) und die Kniebeuge des Liturgen haben hier ihren Platz.