19.01.2011

„Paten-Casting“ leicht gemacht

Augen auf beim „Paten-Casting“! Denn die Wahl der richtigen Paten kann für den Täufling von großer Bedeutung sein. Deshalb sollten die frisch gebackenen Eltern sorgfältig auswählen, wer mit am Taufstein stehen soll. Die folgenden Anregungen sollen die richtige Entscheidung erleichtern.

Wozu waren Paten noch mal gedacht?

Die wichtigste Aufgabe eines jeden Taufpaten ist die Begleitung des Täuflings auf seinem Lebensweg – vor allem im geistlichen Bereich. Für das größere Kind sollte der Pate ansprechbar sein und dafür Sorge tragen, dass es im christlichen Sinn erzogen wird – und gegebenenfalls auch die Eltern in diesem Sinne ermuntern oder unterstützen.
Wer bestenfalls zu Weihnachten oder Ostern eine Kirche von innen sieht, ist am Taufstein also fehl am Platze – selbst wenn er oder sie noch so treue Freunde der Familie sind.
Und noch eine Gedanke: Gottlob sind hierzulande die Zeiten von grassierenden Seuchen und Kriegen vorbei. Dennoch können auch heute Kinder in die Situation kommen, plötzlich ohne Eltern dazustehen. Gut, wenn dann ein Taufpate bereitsteht, der in der Lage ist, Verantwortung für sein Patenkind zu übernehmen.
Der Täufling ist die Hauptperson!

Bei der Patenwahl müssen sich die Eltern des Kindes eines klar machen: Es geht um viel, vielleicht auch um das (ewige) Leben. Deshalb sollten die Interessen des Täuflings die Auswahl bestimmen. Denn zu Recht fühlen sich die meisten Menschen geehrt, wenn sie als Taufpaten in Betracht gezogen werden – aber diese Ehre bedeutet zugleich auch bedeutsame Pflichten. Nur wer diese tatsächlich wahrnehmen kann, ist für das Patenamt geeignet. Zumal man kirchenfernen Freunde ja auf vielfältigen Wegen seine Verbundenheit ausdrücken kann. Mit einer Einladung zur Tauffeier zum Beispiel.
Keine Frage der Familienpolitik.

Es gibt kaum schönere Anlässe als eine Taufe, bei denen die Familie immer wieder gern zusammen kommt. Geschwister der Eltern oder Onkel und Tanten sind deshalb naheliegende und gern gewählte Paten. Doch auch hier sollten – im Hinblick auf die „geistliche Qualifikation“ – keine anderen Maßstäbe gelten als bei Paten aus dem Freundeskreis. Das Amt ist kein Geschenk für den Paten, sondern für den Täufling. Und ein rauschendes Familienfest lässt sich schließlich auch als Nicht-Pate genießen, oder?
Lieber regional statt global.

Auch wenn die Vision vom „globalen Dorf“ in der Geschäftswelt immer mehr zur Realität wird: Für zwischenmenschliche Beziehungen zählt der direkte Kontakt. Wenn zwischen Täufling und Paten voraussehbar und dauerhaft Kontinente liegen, kann der Taufpate seinen Aufgaben nicht wirklich gerecht werden. Deshalb kann es lohnen, nicht erst in die Ferne zu schweifen, sondern erst einmal in der eigenen Kirchgemeinde und im näheren Umfeld nach geeigneten Kandidaten zu suchen.

Klasse zählt mehr als Masse.

Ein kontroverses Detail zum Schluss: Die richtige Patenzahl. In manchen Familien haben sich besorgniserregende Traditionen entwickelt, durch die manche Taufzeremonie in der Kirche zur Massenveranstaltung wurde. Auf der anderen Seite wäre ein einzelner Pate sicher recht wenig. Abhängig von der Familiengröße ist es sicher nicht verkehrt, auf drei bis maximal fünf Paten zu orientieren. Auch eine gute Mischung jüngerer und älterer Paten kommt dem Täufling sicher entgegen, damit er einmal auf ganz unterschiedlichen Lebens- und Glaubenserfahrungen zurückgreifen kann.

PDF zum Download: „Patencasting“